Vereinigung für Heimatpflege Büren

Mühle

Die Alte Mühle in Büren an der Aare, Sujet der 90-er Pro Patria-Marke

Über 60 Jahre sind es mittlerweilen her, als sich 1942, mitten in den Wirren des 2. Weltkrieges, in Büren eine Gruppe zusammengefunden hat, die sich trotz, oder vielleicht gerade wegen der Zerstörungswut, die damals in unseren Nachbarländern herrschte, zum Ziel gesetzt hat, Kulturgüter und Zeugen alter Handwerkskunst zu sammeln und zu bewahren. Mit ein Auslöser für diese heimatkundlichen Aktivitäten dieser Bürener Bürger war einerseits die Sammlung des Bendicht Moser, der als Posthalter in Diessbach während Jahrzehnten Fundgegenstände und Objekte mit kulturhistorischem Wert gesammelt hat. Diese wertvolle Sammlung war nach seinem Ableben im Jahre 1940 gefährdet. Andererseits war es die Alte Mühle, die in den Augen dieser Idealisten unbedingt erhalten werden musste.

Diese Gruppe organisierte sich damals als Vereinigung für Heimatpflege und setzte sich zum Ziel, die Sammlung von Bendicht Moser zu pflegen, zu erweitern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1943 wurde schliesslich die Bendicht Moser-Stiftung gegründet. In der Stiftungsurkunde wurde der Vorstand der Vereinigung für Heimatpflege als Stiftungsrat eingesetzt und die Gemeinde verpflichtete sich, als Aufsichtsorgan den alten Spittel als Museum für die Sammlung zur Verfügung zu stellen. Dort ist die Sammlung auch heute noch untergebracht und teilweise ausgestellt.

Noch in ihrem Gründungsjahr erwarb die Stiftung die Liegenschaft der alten Mühle. Spenglermeister Werner Stotzer, er war Gründungsmitglied der Vereinigung für Heimatpflege, hatte die Liegenschaft schon einige Jahre vorher käuflich erworben und sie dann im Jahre 1943 zu einem symbolischen Preis an die Stiftung weiterverkauft. Ihm ist denn auch der Erhalt der Mühle zu verdanken.

1936 nämlich hatte der damalige Müllermeister Arnold Sutter den Mühlebetrieb eingestellt. Der Zahn der Zeit hat den Gebäuden schnell einmal zugesetzt und die Baugruppe muss Ende der 30-er Jahre einen sehr verwahrlosten Eindruck vermittelt haben. Bereits 1941 musste die verlotterte Hauptmühle aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden, es blieben so noch das Mühlestöckli und die obere Mühle bestehen, die im Jahre 2002 als Sujet der Pro Patria Marke schmückte.

In den Folgejahren wurde unter grossen Anstrengungen der Vereinigung für Heimatpflege die Gebäulichkeiten so in Stand gehalten, dass zumindest die Bausubstanz gerettet werden konnte. Paul Sutter-Schüpbach pflegte während Jahrzehnten den Garten und die Umgebung der Mühle, ihm sind wir zu Dank verpflichtet, denn ohne seinen unermüdlichen Einsatz hätte die Mühle nicht gerettet werden können, wäre die Bausubstanz unwiederbringlich kaputt gegangen.

Ende der 60-er Jahre konnte schliesslich das Mühlestöckli dank dem Einsatz von Günther Fankhauser renoviert werden. Das restaurierte Stöckli war dann für den Stiftungsrat Anlass, sich auch hinter die Renovation der Mühle selbst zu wagen. Unter der Ägide der damaligen Obmänner Alfred Steiner und Ueli Gribi konnte dieses Werk 1994 schliesslich abgeschlossen werden. Es ist vor allem auch das Verdienst des Mühleteams um Werner Kunz, das mit viel Engagement die Liegenschaft renoviert, das Mahlwerk wieder hergerichtet und in den letzten Jahren vorbildlich gepflegt und unterhalten hat.

Die Alte Mühle ist heute zu einem Gütezeichen des örtlichen Tourismus geworden. Die Mühle ist heute der Öffentlichkeit zugänglich und zu einem beliebten Ort für gesellschaftliche Anlässe geworden. Sie ist aber auch ein Ort, wo man Ruhe geniessen und beim Plätschern des Mühlebaches und dem monotonen Klappern des Wasserrades vom Alltagsstress abschalten kann.

Mit der Gründung der Vereinigung für Heimatpflege und dem Erwerb und der Renovation der Alten Mühle hat vor 60 Jahren eine Handvoll Idealisten wertvolle Kulturgüter erhalten. Sie haben sich damals uneigennützig für die Pflege und Weiterentwicklung der heimatlichen Werte eingesetzt und damit einen wesentlichen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt geleistet. Weder die wertvollen Naturschutzgebiete rund um Büren, noch das Stedtli, noch die Alte Mühle wären heute ohne das Engagement dieser Querdenker zu unverwechselbaren Elementen unserer Region, zu unserer Heimat, geworden.

Die Geschichte der Mühle Büren ist in den Hornerblättern der Vereinigung für Heimatpflege ausführlich dokumentiert:

Hornerblätter 1943
Die Alte Mühle in Büren a/Aare, Paul Büttikofer
Hornerblätter 1969
Unser Mühlestöckli, Martin Moser
Hornerblätter 1972
Die alte Mühle und der Mühlebach in Büren a/A,
Werner Stotzer, Büren an der Aare, 25. Oktober

Anfragen für Besichtigungen und Reservationen beim Tourismusbüro im Rathaus Büren a.A.

Benutzen Sie dafür bitte das Anmelde- und Kontaktformular oder

Tel: 032 351 27 07
Fax:

032 351 12 14