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Vor über hundert Jahren entstand im unteren Seeland, von Biel ostwärts durch den Bucheggberg bis nach Solothurn, ein Projekt für den Bau einer Eisenbahnverbindung, zusätzlich zu den zwei bestehenden Hauptlinien Solothurn - Lyss und Solothurn - Biel. Die Initianten, in erster Linie die Gemeinden am Südhang des Büttenbergs und politisch dominante Persönlichkeiten aus dem damals sehr bekannten Kurort Lüterswil, bemühten sich beim Bundesrat um Erhalt der entsprechenden Bahnkonzession. Nachdem die Finanzierung gesichert war, begann die Biel-Meinisberg-Bahngesellschaft 1912 mit dem Bau der ersten Etappe von Biel - Mett nach Meinisberg, mit der Absicht, die Linie anschliessend bis nach Büren an der Aare weiter zu bauen. Kurz nach der Eröffnung der Bahnlinie am 29. Dez. 1913 wurde die Überlandbahn durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die Folgen der Krisenjahre sehr hart getroffen. Zum einen stiegen die Kohlepreise ins Unermessliche an, zum andern führten Unstimmigkeiten und Finanzierungsprobleme mit der Gemeinde Büren dazu, dass der aus wirtschaftlichen Gründen dringend benötigte Ausbau nach Büren im Sand verlief. So bestand nun also für die drei Dörfer Orpund (760 Einwohner), Safnern (880 Einwohner) und Meinisberg (610 Einwohner) eine Bahnverbindung, welche in den ersten Jahren bis zu 150 000 Personen beförderte. Über Jahre hinweg durfte ich mit einer Vielzahl von älteren DorfbewohnernInnen dankbare Gespräche führen, in denen sie mir von ihren Begegnungen mit dem Bähnli schilderten, von dummen Bubenstreichen bis zu gefährlichen Vorkommnissen. Anhand der Geschäftsberichte, sowie der vielen Dokumente aus dem Staats- und Bundesarchiv in Bern, war es möglich, einen umfassenden, lückenlosen Überblick über die kleine Schmalspurbahn zu erhalten. Die Zeit des Bestehens der Biel-Meinisberg-Bahn kann in zwei Abschnitte unterteilt werden: die Dampfepoche von 1913 - 1923 und die elektrische Tramepoche von 1925 - 1940. Wie der Titel des Buches verrät, erhielten die jeweiligen Schienenfahrzeuge im Volksmunde entsprechende Übernamen. So sprachen die Stadtbieler während der Zeit der Dampftriebwagen verächtlich nur vom Graswurm, weil der dunkelgrüne Anstrich der Dampftriebwagen wohl einer übergrossen Raupe ähnelte. Der Anblick der stinkenden und quietschenden zwei Dampftriebwagen löste bei vielen Stadtbewohnern nur Kopfschütteln und Unverständnis aus und führte oft zu Reklamationen. Den Übernamen Oranger Pfeil erhielt das zweite und zugleich auch letzte Schienenfahrzeug der BMB 1937 kurz vor der Einstellung des Schienenverkehrs. Mit den zwei Farben Orange im unteren und Beige im oberen Bereich wurden zwei leuchtende Farben gewählt, nachdem rot und blau bereits vom Roten Pfeil bei den SBB und vom Blauen Pfeil bei der BLS besetzt waren. Diese Schrift soll aufzeigen, wie einige Gemeinden im unteren Seeland im auslaufenden Eisenbahneuphorie-Zeitalter versuchten, eine Verbindung zum Bezirkshauptort Büren und anderseits zu der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt Biel zu bauen. Die Begeisterung zur Durchführung eines solchen Projektes im Gemeindeverband in guten wie in schlechten Zeiten, mit Betonung auf schlechte Zeiten, sind aus heutiger Sicht bewundernswert. Nach der Schliessung des Schienenverkehrs 1940 entstand als Nachfolge die Gesellschaft Autobusbetrieb Biel-Meinisberg AG, welche heute als eigenständiges, sehr modernes Busunternehmen nicht mehr wegzudenken ist!
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Biel-Meinisberg-Bahn
- Konrad Kunz
Vom "Graswurm" zum "Orangen Pfeil"
Geschichte der Schmalspurbahn Biel-Meinisberg BMB, 1913-1940
- In diesem Buch hat der Autor Konrad Kunz die bewegte Geschichte dieser Regionalbahn zusammengetragen. Anhand einmaliger Fotos, Dokumenten Plänen und Berichten zeigt es, wie vor fast hundert Jahren die Stadt Biel, aber auch Wirtschaftskreise und bekannte Persönlichkeiten entlang der geplanten Strecke bis weit in den Bucheggberg hinein sich für dieses Projekt stark machten.
- Format 21 x 29.7cm, 144 Seiten, Gebunden
- sFr. 30.-
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