Vereinigung für Heimatpflege Büren

Büre Nöijohr 2000

Mit der Frage, welche Bewandtnis es damit habe, dass die Fastnacht in Büren an der Aare bereits am 1. und 2. Januar stattfinde, sehen sich einheimische wie angereiste Festbesucher am Büre Nöijohr Jahr für Jahr aufs Neue konfrontiert. Eine befriedigende Antwort ist meist nicht zu erwarten; denn - es wurde bereits angedeutet - die Festivitäten weisen zwar unverkennbar fastnächtliche Züge auf, sind jedoch in einen «falschen» zeitlichen Rahmen eingebunden. Es sei immer so gewesen, heisst es etwa, es handle sich um eine jahrhundertealte Traditon ohne genau fassbaren Ursprung. Besser Eingeweihte wissen allerdings zu berichten, das Bürener Fastnachtsbrauchtum stehe in direktem Zusammenhang mit der einstmals berühmten Wallfahrtskapelle in Oberbüren, deren Anziehungskraft dem Aarestädtchen grosse wirtschaftliche Vorteile gebracht habe. Und weiter: Nach dem erzwungenen Abbruch des Gotteshauses im Anschluss an die Reformation sei die bernische Regierung in grosszügiger Anerkennung der absehbaren Verluste für die Bevölkerung dazu bereit gewesen, Büren die Durchführung einer ertragreichen Sonderfastnacht am Neujahr zu gestatten. Diese Vorstellung ist äusserst bestrickend und derart aus-sergewöhnlich, dass für eine kurze Weile ein Zeitsprung von ziemlich genau 500 Jahren, also ins ausgehende 15. Jahrhundert zurück, naheliegend erscheint.

Illustrationen Peter Travaglini

Büre Nöijohr

  • "Büre-Nöijohr"
    Zur Geschichte der Fasnacht im allgemeinen, über die Anfänge des "Büre Nöijohrs" - der ersten Fasnacht im Jahr in der Schweiz - im speziellen, enthält dieses Buch alles Wissenswerte und Spannende zu diesem historischen und einzigartigen Brauchtum von Büren a/A.
  • Format 29.7 x 21cm, 144 Seiten, Gebunden
  • Mit Beiträgen von Dr. Martin Stotzer, Erich Maeschi, Gerhard Schneider und Markus Schär.
  • Zahlreiche historische Abbildungen und Fotografien sowie farbige Illustrationen von Peter Travaglini.
  • sFr. 30.-